About

In Folge der aktuellen Corona-Krise ist die Eventbranche gezwungen neue Wege zu gehen. Das Projekt untersucht wie soziale VR Erlebnisse für live stattfindende Events gestaltet und wie diese über die Krise hinaus in virtuellen und realen Räumen, als Cross Reality-Events, stattfinden können. Ziel ist die Entwicklung einer prototypischen XR-Architektur und eines virtuellen Erlebnisraums für Multiuser. Für die technische und künstlerische Umsetzung werden unterschiedliche virtuelle Veranstaltungsräume für den komplexen Einsatz virtueller Eventtechnik in Form von Licht, Videomapping und Ton erprobt. Über den hier ausgestellten experimentellen Charakter hinaus ist das Ziel dieser Räume live Konzerten, Clubevents, Ausstellungen und Konferenzen einen virtuellen Ort zu geben in denen künstlerische Performances oder Präsentationen für ein großes Publikum stattfinden können. Diese Räume erhalten eine eigene künstlerische Handschrift, die über eine skulpturale Anordnung begehbar werden.

Lobby

Inspiriert von der futuristischen Form des Ikosaeders wurde das Gesamtkonzept für die Lobby entwickelt. Die dreieckigen Platten, aus denen die Oberfläche des Polyeders besteht, finden sich in den Wänden des Raumes wieder. Der Raum verfügt über ein Loch in der Mitte der Decke, das den Nebula Himmel der Außenumgebung freigibt. Direkt unter dem Loch befindet sich eine Skulptur aus gruppierten Ikosaedern, die gleichzeitig als Navigationssystem für das gesamte XRchitecture VR-Erlebnis dient. Innerhalb jedes Polyeders ist eine kurze Vorschau eines anderen Raums zu sehen. Durch Klicken auf ein Ikosaeder falten sich Dreiecke in den Wänden weg, um ein Tor zum ausgewählten Raum freizulegen. Sobald der Besucher durch das Tor tritt, geht er eine Lichtbrücke entlang und durch die Nebula Wolke, bevor er zum nächsten Raum übergeht.
Das gesamte Design soll dem Benutzer ein futuristisches und außerirdisches Gefühl vermitteln. Die Kanten der Dreiecke, die die Wände ausmachen, und die Navigationsstatue selbst, beleuchten den ansonsten dunklen Raum mit einem ätherischen Schein. Für zusätzlichen dynamischen Effekt schweben die einzelnen Ikosaeder der Statue scheinbar schwerelos in der Luft. Um das Konzept abzurunden, erinnert der Avatar an den Ikosaeder. Es sind nur zwei Körperteile, die eine einfache und dennoch effektive Möglichkeit bieten, die Präsenz der Benutzer zu personifizieren.

Lichttunnel

Der Lichttunnel dient als Umgebungsraum für eine spektakuläre Lichtinstallation. Die Grundstruktur des Tunnels als begehbares, architektonisches Objekt wird durch die Vereinigung mit einer Ikosaeder-Struktur zu einem digital erzeugten und natürlich wirkenden Tunnel. Hunderte Lichtröhren sind auf der Ikosaeder-Struktur angebracht und heben diese noch weiter hervor. Durch Farbwechsel und pulsierendes Licht wird der Lichttunnel zu einem einmaligen, begehbaren VR-Erlebnis.

Videomapping

Der Raum in dem Projection Mappings stattfindet bearbeitet das Thema „Abtauchens in eine andere Welt“. Der Startraum ist eine Art Höhle deren Wände eine Kraterähnliche Struktur besitzen, die von der Form der Lobby-Skulptur (Ikosaeder) inspiriert wurde. In den Wänden und der Decke befinden sich Löcher durch die man, in den Außenbereich des Raumes, blicken kann. In der Mitte des Raumes erstreckt sich ein Krater, um den der Rundgang des Raumes verläuft. Dieser wirkt wie ein schwebender Ring, wie bei einem Planeten. Auf der Spitze des Kraters befindet sich eine Plattform, die einem ermöglicht in den Außenbereich, den man bereits durch die Löcher in Decke und Wand erahnen kann, zu gelangen. Sobald man auf die Plattform steigt, wird man durch das Loch in der Decke, nach draußen gebracht. Dabei wird das Gravitationsgesetz außer Kraft gesetzt und man schwebt im Außenbereich. Doch erst durch das Videomapping, wird in diesem Raum eine visuelle Illusion erzeugt, die den Besucher in eine andere Welt abtauchen lässt.

Konferenzraum

Das Raumkonzept reflektiert wie auch schon in einigen anderen Räumen das „Space“ Thema. Einzelteile im Raum, sowie die Halterungen der Monitore und Teile der Bar, die sich im Raum befindet, erinnern an eine Raumsonde. Die Wände geben mit ihrer Sternenhimmeloptik den Besuchern das Gefühl, sich im All zu befinden. Ein zusätzlicher Barbereich integriert ein weiteres spannendes Raummöbel an dem sich die Besucher aufhalten können. Grundsätzlich dient der Raum dem Ansehen und Zuhören einer über Monitore abgehaltenen Konferenz.

XR-Club

Im XR-Clubraum findet am Abend ein live DJ Set von Fuge State statt. Die DJs stehen vor einem Green-Screen und werden in Echtzeit in den Licht Tunnel gemapt. Die virtuellen Leuchten können live über ein MA-Lichtpult gesteuert werden.

Equinox

“Equinox” ist eine jährliche Kooperation zwischen dem Planetarium Hamburg und den Studiengängen Medientechnik, Illustration und Sound/Vision der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg. Jeden Frühling während der Tagundnachtgleiche werden die semesterlangen Werke der Studentengruppen in einer einzigen Abendsitzung im Planetarium ausgestellt. Es geht um audio-visuelle und performative Stücke, die Videoprojektionen mit voller Kuppel, Animationen, 3D-Audio und/oder lebendige Chorvokalisationen beinhalten.

BIOSPHERE

BIOSPHERE ist eine virtuelle Kunstausstellung. Sechs Bilder, angereichert mit individuellen Soundscapes und Sprechertexten auf der auditiven Ebene, erzählen als Sequenz eine Geschichte. Jedes Werk wird durch eine Zone markiert, die als Ring auf dem Boden sichtbar gemacht ist. Alle Objekte, die auf der visuellen Ebene wahrnehmbar sind, wurden in einer 3D-Software digital skulpturiert. 

Aussicht

Im Wintersemester 2000/21 und dem Sommersemester 2021 wird dieses prototypische Projekt im Rahmen des Hamburg Innovation Rahmen der Förderung „Calls for Transfer“an den beiden Hochschulen weitergeführt. Das Ziel dieses Projektes ist es, herauszufinden ob browserbasierte Virtual Reality (VR) eine Branche auffangen kann, die den sozialen Kontakt und das unmittelbare Erlebnis voraussetzt? Ist VR, MR oder XR geeignet, damit in diesen Zeiten Menschen wieder zusammenkommen, um live Konzerte, Club Events oder Konferenzen gemeinsam zu erleben? Wie lassen sich also die sozial oder die live Komponente in VR lösen?

Darüber hinaus, sind wir davon überzeugt, dass die jetzt entstandenen Online Formate für die Veranstaltungsbranche auch nach der Krise bestehen bleiben und Events um eine virtuelle Komponente ergänzen werden. Besonders spannend wird es, wenn virtuelle Veranstaltungen eine Entsprechung in der realen Veranstaltung erhalten könnten oder reale Menschen eine Repräsentanz durch z.B. einen Avatar in der Virtuellen. Somit könnten beide Veranstaltungen miteinander verschmelzen und ein größeres Publikum erreichen. Wie diese gestaltet werden und welche Interaktionsmöglichkeiten zwischen realer und virtueller Welt entstehen und welche Konsequenzen sich aus dieser Verschmelzung für die Gestaltung architektonischer Räume ergeben, ist ein weiterer zentraler Forschungsinhalt dieses Projekts.